Stand: 29.03.2017 

Vorbemerkung

Ziel unserer Schule ist es, so wenig Unterricht wie möglich ausfallen zu lassen. Das macht Vertretungsunterricht unvermeidlich. Dieser wird im Vertretungsplan geregelt und wird mit dem Ziel erstellt, die Qualität des Unterrichts weitgehend zu erhalten und möglichst wenig Unterricht ausfallen zu lassen.

Aus verschiedenen Gründen fällt Unterricht aus:

  • plötzliche und kurzfristige Erkrankungen (bis max. 3 Tage)
  • längerfristige Krankheit
  • Fortbildungsveranstaltungen; besondere oder andere dienstliche Verpflichtungen
  • schulische bzw. unterrichtsbedingte Abwesenheit (z.B. Klassenausflug, Klassenfahrt)
  • Bundesjugendspiele / Sportfeste / Projekttage
  • die Begleitung von Betriebspraktika, Betriebsbesichtigungen, Besuche im Berufsinformationszentrum (BIZ), Besuche in den Berufsbildenden Schulen (BBS)
  • Prüfungen und Unterrichtsbesuche
  • Beurlaubung oder Unterrichtsbefreiung aus persönlichen Gründen

Eine wichtige Voraussetzung, um im Vertretungsfall eine störungsfreie Arbeit in der Schule sicher zu stellen und Unterrichtsausfall zu begrenzen, ist die verantwortungsvolle Kooperation aller Kolleginnen und Kollegen sowie eine verlässliche Information von Elternvertreterinnen und Elternvertretern der von einem „häuslichen Arbeitstag“ betroffenen Klassen.

Anforderungen an Vertretungsunterricht

Vertretungsunterricht soll

  • dem geplanten Regelunterricht möglichst entsprechen.
  • den Unterricht in dem jeweiligen Fach fortführen.
  • in Ausnahmefällen einer Lehrkraft ermöglichen, eine Unterrichtsstunde in ihrem Fach zu gestalten.
  • ermöglichen, in dem jeweiligen Fach zusätzliche Übungen und Wiederholungen durchzuführen. Dazu kann auch die sinnvolle Recherche im Internet gehören, die sich auf ein gerade behandeltes Thema bezieht und zu konkreten Ergebnissen führt.
  • in sinnvoller Weise andere schulische Aufgabenfelder aus den Bereichen Mobilitätserziehung, Medienkompetenz, Methoden-kompetenz, Gewaltprävention oder Drogenprävention zum Inhalt haben.

  die Unterrichtszeit für andere pädagogisch sinnvolle Aktionen nutzen, für die sonst zu wenig Zeit ist (z.B. Klassengespräche).

Organisation des Vertretungsunterrichts

Vorbemerkungen

In einer normalen Regelschule mit Halbtagsbetreuung müssen Vollzeitlehrkräfte jeden Tag fast lückenlos von der ersten bis zur letzten Stunde Unterricht erteilen und es gibt keinerlei Personalreserve für Vertretungsfälle. Nur, wenn man auf die Lehrerinnen und Lehrer in Teilzeit zurückgreift, (die ihre Teilzeit eigentlich nicht gewählt haben, um ständig für Vertretung zur Verfügung zu stehen), oder auf Kosten der Unterrichtsversorgung Lehrkräfte nicht mit ihrer vollen Unterrichtsverpflichtung im Stundenplan einsetzt, lässt sich überhaupt ein sinnvolles Vertretungskonzept aufstellen und durchführen.

Jede Stunde Vertretung bedeutet Mehrarbeit für die betroffenen Lehrkräfte und Überstunden müssen irgendwann abgebaut werden, weil eine finanzielle Abgeltung ausgeschlossen ist. Jede Mehrarbeit dieser Art aber verschlechtert damit die Lehrerversorgung der Schule entweder sofort oder in Zukunft.

Diese Vorüberlegungen führen dazu, nicht alle ausfallenden Stunden auch wirklich zu vertreten.
Maßstäbe dafür sind:

  • Ein wirtschaftlicher Umgang mit den vorhandenen Lehrerstunden.
  • Die Verpflichtung, Schülerinnen und Schüler nicht unbeaufsichtigt zu lassen, wenn sie in der Schule sind.
  • Die gleichmäßige Versorgung aller Klassen mit Unterricht und daher die „gerechte“ Verteilung längerfristiger Ausfälle.
  • Der Grundsatz des Gesetzgebers, dass Kinder ab der 5. Klasse zu Hause nicht mehr ständig beaufsichtigt werden müssen. Das bedeutet, dass in einer nicht-verlässlichen Regelschule ohne Vertretungsreserve Randstunden kurzfristig und u.U. ohne Vorankündigung entfallen können.

Organisatorische Vorbereitungen der Schule auf absehbaren Unterrichtsausfall:

  • In den Lehrereinsatzplänen können Lehrkräfte - unter der Voraussetzung, dass die Unterrichtsversorgung der Schule dies deutlich zulässt - unterhalb ihrer Regelarbeitszeit eingesetzt werden. –
    Dies führt zu Minusstunden, die durch Vertretungsunterricht ausgeglichen werden können.
  • Den Klassen werden stellvertretende Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer zugeordnet, damit die Klassen beim Ausfall der Klassenlehrerin/des Klassenlehrers von einer anderen Lehrkraft betreut werden können.
  • Jede Lehrkraft, die selbst weiß, dass sie zu einem bestimmten Termin nicht unterrichten kann, stellt den Vertretungslehrkräften themenbezogenes Unterrichtsmaterial zur Verfügung, oder spricht sich mit dem Vertretungslehrer ab. Die Information, wer für den  Vertretungsunterricht vorgesehen ist, muss möglichst früh ausgehängt werden.
  • Für einen plötzlich erforderlichen Vertretungseinsatz in der ersten Stunde wird anhand einer Präsenzliste festgelegt, welche Lehrkräfte in einem solchen Fall morgens vor dem Unterricht Anrufe der Schule entgegennehmen und vorzeitig in die Schule kommen müssen.
  • Bei plötzlicher Dienstunfähigkeit muss dies telefonisch bis spätestens 07.15 Uhr in der Schule gemeldet werden oder am Vorabend bei der Schulleitung privat gemeldet sein. Dies gilt auch dann, wenn die erkrankte Lehrkraft nicht gleich in der ersten Stunde Unterricht hätte.
  • Bei absehbar längerfristigen Erkrankungen informiert die betroffene Lehrkraft von sich aus sofort die Schulleitung. Weiterhin setzt sie sich bei ihrer Ärztin/ihrem Arzt dafür ein, dass diese/dieser möglichst umgehend die voraussichtliche gesamte Dauer der Arbeitsunfähigkeit schriftlich bestätigt. Bei Vorliegen dieser Information beantragt die Schulleitung eine Feuerwehrlehrkraft bei der Landesschulbehörde.
  • In jeder Klasse werden Telefonketten eingerichtet, abgesprochen und bei der Schulleitung hinterlegt, um eine rasche Benachrichtigung der Klasse im Ausnahmefall am Nachmittag oder Abend vornehmen zu können.
  • Damit fachfremdes Lehrpersonal sinnvoll spontan Vertretungsunterricht gestalten kann, steht in der Lehrerbücherei Unterrichtsmaterial zur Verfügung. Das vorhandene Unterrichtsmaterial wird regelmäßig durch die Fachkonferenzen auf Angemessenheit und Aktualität überprüft.
  • Wenn Klassen nicht im Haus sind (Klassenfahrten, U-Gänge, etc.), kann die Schulleitung - nach Abwägung im Einzelfall - davon betroffene klassenübergreifende Kurse wie Wahlpflichtkurse (WPKs) zusammenlegen oder auch ausfallen lassen. Die Zusammenlegung von WPKs sollte ein  Ausnahmefall bleiben.

In der täglichen Praxis gehen wir nach folgendem Prinzip vor:

Kurzfristiger Ausfall einer Lehrkraft:

Wenn absehbar ist, dass eine Lehrkraft am folgenden Tag nicht da sein wird, kann der entsprechende Unterricht ausfallen. Die Kernzeiten, also in der Regel die 2. – 5. Stunde, versuchen wir durch Vertretungsunterricht abzudecken.

Dabei suchen wir zunächst nach Lehrkräften, die in der entsprechenden Klasse unterrichten, die also ihren normalen Unterricht in dieser Zeit weiterführen können. Die zweitbeste Lösung wird ein Fachlehrer sein, der sich rasch einen Überblick über den Lernstand der Klasse verschaffen und sinnvoll dort ansetzen kann. Erst wenn Beides nicht geht, muss eine andere freie Lehrkraft in dieser Klasse Unterricht nach unseren Grundsätzen erteilen.

Wenn die Schulleitung erst morgens vom Fehlen eines Kollegen erfährt, wird für eine betroffene erste Stunde ein Lehrer angerufen, der diese erste Stunde frei hat und laut Präsenzliste für diesen Wochentag mit einem solchen Anruf rechnen muss.

Sollten durch eine Häufung von außergewöhnlichen Ereignissen und Krankheiten überhaupt zu wenig freie Lehrer verfügbar sein, kann es geschehen, dass eine Klasse einen unterrichtsfreien „häuslichen Arbeitstag“ erhält. Dieser Fall sollte die Ausnahme bleiben und möglichst in einer Klasse nicht mehrmals pro Halbjahr vorkommen. Dieser „häusliche Arbeitstag“ wird von der Klassenlehrerin/dem Klassenlehrer und den Kollegen, die in der Klasse unterrichten, mit sinnvollen Hausaufgaben ausgefüllt, hier ist die Klassenlehrerin/der Klassenlehrer in besonderer Verantwortung.


Anmerkung: Ein unterrichtsfreier Tag mit sinnvollen Hausaufgaben ist für die Kinder effektiver als vier oder fünf Stunden Vertretungsunterricht bei fachfremden Lehrern.

Langfristiger Ausfall einer Lehrkraft:

Bei längerfristigem Ausfall einer Lehrkraft, insbesondere wenn sie Langfächer unterrichtet, wird eine separate Vertretungsregelung mit Stundenplanänderung entwickelt.

Die Schulleitung wählt die jeweils geeigneten Vertretungslehrkräfte aus und setzt sie im Vertretungsplan ein. Ein Vertretungsplan wird im Lehrerzimmer und im Schaukasten für die Schülerinnen und Schüler ausgehängt. In dringenden Fällen wird die Telefonkette zur Benachrichtigung der Klassen genutzt.

Dieses Vertretungskonzept wurde von der Gesamtkonferenz der Oberschule Bevern am 16.01.2014 diskutiert und beschlossen.

Rechtsgrundlagen:

  • § 34 NSchG
  • Konferenzen und Ausschüsse der öffentlichen Schulen  RdErl. d. MK v. 10.1.2005 - 35.4 - 81 711 (SVBl Nr.3/2005 S.125)
  •  Verordnung über die Arbeitszeit der Lehrkräfte an öffentlichen Schulen
    (ArbZVO-Lehr) in der Fassung vom 14.5.2012