Vom Schulvorstand und der Gesamtkonferenz
am 11. Juni 2009 einstimmig verabschiedete Fassung

Überblick über das Medienkonzept der Oberschule Bevern

Inhaltsverzeichnis

  1. Bedeutung des PC
  2. Ausgangssituation
  3. Zielsetzungen
  4. Inhalte
  5. Vorgehensweise
  6. Nutzen
  7. Mobiles Lernen
  8. Ausstattung der Klassenräume mit Computern
  9. Ausstattung der Fachräume mit Computern und Whiteboards
  10. Digitale Schultasche
  11. Notebookklasse
    1. Was ist das?
    2. Welche Ziele verfolgen wir?
    3. Welche Erfahrungen gibt es?
    4. Vom Land unterstütztes Projekt
    5. Wie wollen wir unseren Weg gehen?

Bedeutung des PC

Der Computer ist heute keine technische Randerscheinung mehr, sondern wird in allen Lebensbereichen von Beruf und Freizeit zunehmend genutzt. Die Beherrschung dieser Technologie gehört zu den kulturellen Grundtechniken, ohne deren Kenntnis Menschen viele Alltagsfunktionen nicht mehr ausführen können. Allein schon deshalb muss es Ziel des allgemeinbildenden und nicht mehr nur des berufsbildenden Schulwesens sein, Schülerinnen und Schüler im kritischen und selbstbewussten Umgang mit dieser Technologie zu bilden. Es geht dabei weit über die Beherrschung der Technik hinaus. Für Menschen in einer Wissensgesellschaft gilt es vor allem zu lernen, aus der Fülle der zugänglichen Informationen die nützlichen herauszufinden und für konkrete Bedürfnisse und Aufgabenstellungen verwenden zu können. Dieser Lernprozess kann in der Schule nur gelingen, wenn die Nutzung der Informations-, Kommunikations- und Kooperationsmöglichkeiten dieses Mediums sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für Lehrkräfte zur Normalität werden. [1]

Ausgangssituation

Der Übergang von der Schule in ein Ausbildungsverhältnis stellt insbesondere für Haupt- und Realschüler(-innen) noch immer eine besondere Problematik dar, die zumeist darin begründet ist, dass Absolventinnen und Absolventen des allgemeinbildenden Schulwesens, insbesondere der Haupt- und Realschule, weitgehend nicht adäquat auf die Anforderungen durch Ausbildung und Beruf vorbereitet sind.
Die weitreichenden gesellschaftlichen Veränderungen im technologischen und ökonomischen Bereich, die den Übergang zur Informations- und Wissensgesellschaft kennzeichnen, schlagen sich u. a. deutlich in gewandelten Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt nieder und stellen diesbezüglich eine große Herausforderung für das Bildungssystem dar.
Die digitalen Medien bilden schon jetzt die Grundlage der Informationsgesellschaft und verändern in weiten Bereichen den Charakter traditioneller Berufsbilder.

„Elektronische Medien haben auch die Berufswelt und damit die Formen beruflicher Kommunikation nachhaltig verändert. Vernetzte Computer- und Videosysteme sind nicht nur Werkzeug und Arbeitsmittel, sondern zugleich berufliche Kommunikationsmedien, die den Berufsalltag durchdringen und hineinwirken bis in private Lebensbereiche.“ [2]

Bildung im „digitalen Zeitalter“ muss sich in weit stärkerem Maße mit den neuen Medien auseinandersetzen, als es bislang erforderlich war. Gewandelte Anforderungen in der Arbeitswelt stellen auch gewandelte Anforderungen an die Vorbereitung auf die Anforderungen in Beruf und Gesellschaft, eine Aufgabe, die in zunehmendem Maße auch im Zuständigkeitsbereich der allgemeinbildenden Schule liegt.
So wird auch im Erlass zur Sicherung der Ausbildungsfähigkeit die Bedeutung berufsorientierender Inhalte formuliert:
„Die allgemeinbildenden Schulen des Sekundarbereichs I haben u. a. die Aufgabe, ihre Schülerinnen und Schüler zur Aufnahme einer Berufsausbildung zu befähigen. Die dafür notwendigen Kenntnisse, Fertigkeiten und Arbeitshaltungen müssen auf die Anforderungen in den Ausbildungsberufen ausgerichtet sein.“ [3]
Der Einsatz neuer Medien im Bildungswesen stellt gewandelte Anforderungen an Methodik und Didaktik auf Seiten der Lehrenden und führt gleichermaßen durch veränderte Formen des Lehrens auch zu neuen Bedingungen des Lernens auf Schüler(-innen)seite. Zielsetzung einer Erziehung zum Umgang mit neuen Medien kann nicht die bloße Handhabung der neuen Medien sein, sondern soll die Schüler(-innen) in die Lage versetzen, im alltäglichen Umgang eine Medienkompetenz zu entwickeln, die sie zum bewussten und kritischen Umgang mit den neuen Medien befähigt. „Medienkompetenz ist als schulische Aufgabe im Zusammenhang mit den allgemeinen und verbindlichen Erziehungs- und Bildungsvorstellungen zu sehen. (...) (Es) kann als allgemeine Leitvorstellung für Erziehung und Bildung ein sachgerechtes, selbstbestimmtes und kreatives Handeln in sozialer Verantwortung postuliert werden.

An dieser Leitvorstellung muss sich auch die Medienerziehung orientieren und zugleich messen lassen.“ [4]
Medienkompetenz kann somit bezeichnet werden als der sachgerechte, selbstbestimmte und sozial verantwortliche Umgang mit den Medien mit dem Ziel der Teilhabe an der modernen Informationsgesellschaft.
Auch wenn durch den Erlass zur Sicherstellung der Ausbildungsreife die Schulen angehalten sind, sich mit diesem Problem auseinander zu setzen, gibt es bei der realen Umsetzung doch erhebliche Schwierigkeiten, die sich mit Stichworten wie Vermittlung von fachlichen, sozialen, personalen und methodischen Grundqualifikationen beschreiben lassen. Dabei ist insbesondere die Vermittlung von IT-Kompetenzen und die Aufnahme dieser Aufgabenstellung (zeitlich, inhaltlich, methodisch) zu berücksichtigen.
Eine Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit von Schulabgängerinnen und Schulabgängern erfordert eine stärkere Orientierung der Bildungsinhalte am Berufsleben und an den Kompetenzanforderungen einer stetig fortschreitenden Wissensgesellschaft.
Dies ist eine generelle Aufgabenstellung der Schulen von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe II.
Auch im Bereich von Berufswahlhilfe und Berufsberatung ist die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung von IT verstärkt zu berücksichtigen. Hier kann eine Verbesserung der Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler durch erweiterte Nutzungs­möglichkeiten von IT erreicht werden.
Das Ziel der Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit durch die Vermittlung von IT-Qualifikationen für Haupt- und Realschüler(-innen) kann jedoch nur erreicht werden, wenn auch die späteren Tätigkeitsbereiche berücksichtigt werden. Unter diesem Gesichtspunkt bietet es sich an, insbesondere für Hauptschüler/innen IT-Grundqualifikationen zu vermitteln, die eher dem technisch-gewerblichen Bereich zugeordnet werden können.

Zielsetzungen

  • Entwicklung, Erprobung und Evaluation von Lehr- und Lernmodulen zur Vermittlung von Grundkompetenzen im IT-Bereich.
  • Entwicklung, Erprobung und Evaluation mediengestützter Lehr- und Lernmodule zur Berufsorientierung unter Einbeziehung von IT im Bereich der Haupt- und Realschule und im Bereich der Berufsberatung des Arbeitsamtes.
  • Entwicklung eines Kooperationsmodells zwischen Schulen, Unternehmen, Arbeitsverwaltung und Kammern zur Durchführung von Praktika, die Hilfen zur Berufsorientierung und Praxisreflexion der IT-Kompetenzen bieten.
  • Entwicklung einer Konzeption zur Weiterbildung von Lehrkräften der Haupt- und Realschule im IT-Bereich.

Den festgestellten Defiziten im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien soll durch die gezielte Entwicklung, Erprobung und Evaluation von Lehr- und Lernmodulen für die Haupt- und Realschule zur Erweiterung, Aktualisierung und Verbesserung speziell der berufsorientierenden Inhalte im Arbeit/Wirtschaft-Unterricht entgegengewirkt werden.

Dabei ist die Durchführung der Module in folgender Struktur zu planen:

  1. Module zur Vermittlung der Bedienkompetenz
  2. Module zur Vermittlung der Anwendungskompetenz in Kombination mit berufsorientierenden Inhalten

Darüber hinaus kann durch die Einbeziehung von weiteren Institutionen, die Kompetenzen in Berufswahlfragen haben, in Zusammenarbeit mit der Berufsberatung ein erweitertes Beratungs- und Informationsangebot bereitgestellt werden. Die Nutzung dieses Netzes durch Schülerinnen und Schüler würde ein weiteres Anwendungsfeld für IT-Kompetenz darstellen.

Die beschriebene Kompetenzförderung zielt somit auf zwei Bereiche:

  • Die neuen Medien als Instrument und Werkzeug nutzen zu können.
  • Neue Medien als Gegenstandsbereich und Inhalt an sich zu erfassen.

Ferner sollen bei der Konzeption und Gestaltung der IT- Lehr- und Lernmodule die Erkenntnisse über die unterschiedlichen geschlechtsspezifischen Zugänge einfließen und methodisch berücksichtigt werden.

Inhalte

  1. Module zur Vermittlung der Bedienkompetenz
    1. Grundlagen der Datenverarbeitung und Dateiverwaltung
    2. Textverarbeitung
    3. Grundlagen der Tabellenkalkulation
    4. Einführung in ein Grafikprogramm
    5. Grundlagen eines Präsentationsprogramms
    6. Internet- und Maildienste
    7. Grundlagen des technischen Zeichnens mit einem CAD Programm
  2. Module zur Vermittlung der Anwendungskompetenz
    1. Beschaffung, Nutzung und Auswertung von Berufswahlinformationen im Internet (Umgang mit Suchmaschinen, Einsatz gezielter Suchbegriffe, Erstellung eigener Favoriten)
    2. Planung einer gezielten Internetrecherche zur Vorbereitung eines Praktikums. (Firmensuche und Informationsbeschaffung über Branche und Firma ggf. online, Kontaktaufnahme über E-mail)
    3. Erweiterte Möglichkeiten der Textverarbeitung speziell gebunden an berufsorientierende Inhalte wie z. B. Erstellung und Verwaltung von Lebenslauf und Bewerbungsschreiben am PC o. Ä.
    4. Auswertung und Dokumentation von Betriebserkundungen und Praktika mit Hilfe der unterschiedlichen Gestaltungs- und Präsentationsprogramme
    5. Internetbasiertes Planspiel
    6. Bedeutung der neuen I und K Technologien für Arbeit und Beruf
    7. Mögliche Module für vertiefenden Umgang mit dem Internet: Erstellung einer eigenen Web-Seite
    8. Vertiefung der Kenntnisse im Bereich o. g. Gestaltungsprogramme, z. B. in der Arbeit mit Tabellen und Statistiken zur Arbeitsmarktlage
    9. Steuern und Regeln technischer Prozesse

Vorgehensweise

Die Ausbildung, das Training und die Sicherung im Umgang mit der IT soll dabei in drei Stufen erfolgen:

Stufe 1 (7. Schuljahr):

Im 7. Schuljahr geht es schwerpunktmäßig um die Einführung und Sicherung im Umgang mit dem PC. Dazu gehört das Kennenlernen der Technik des PC´s und dessen Betriebssystems, sowie die wichtigsten Anwenderprogramme (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation usw.). Den Abschluss bildet das Erwerben eines Computerführerscheines, der Bedingung ist für die spätere Arbeit im Internet. Auch hier steht zunächst der spielerisch, handelnd übende Charakter im Umgang mit dem PC im Vordergrund.

Stufe 2 (8. Schuljahr):

Im 8. Schuljahr wird zunächst mit dem Wiederholen und Vertiefen der Kenntnisse aus der Stufe 1 begonnen. Schrittweise wird dann das Kennenlernen der Möglichkeiten des Internets entwickelt. Das bedeutet auch das Einbeziehen der Informationstechnologien in die unterrichtliche Arbeit der einzelnen Fachbereiche, als da sind insbesondere die Sprachen, die Naturwissenschaften, Mathematik und der Bereich Arbeit-Wirtschaft-Technik (AWT). Weiterhin enthält der Lehrplan für diese Lehrgangsstufe das Kennenlernen der vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten moderner Technologien und Medien im Bereich der Wirtschafts- und Arbeitswelt, sowie die Übermittlung und Auswertung von Datenträgern und eigener Lernergebnisse.
Daraus soll sich letztendlich ein Netzwerk eigener Arbeits- und Lernmöglichkeiten ergeben. Der Informationsaustausch die Kommunikation eigener Erkenntnisse und Lernergebnisse mit Hilfe moderner Technologien, so u.a. das Internet, ist hierbei ein Schwerpunkt zur Bildung, bzw. Stabilisierung der Persönlichkeit der Schüler. Den Abschluss bildet das Erreichen eines ‚Internetführerscheins’, der den Stand der erreichten Fähigkeiten und Fertigkeiten dokumentiert.

Stufe 3 (9. und 10. Schuljahr)

Am Anfang steht wiederum die Sicherung und Vertiefung der Fähigkeiten und Fertigkeiten aus der Stufe 2, also der Umgang mit den Möglichkeiten moderner Medien, sowie die Feinarbeit in der Vorbereitung von eigenen Präsentationen, die für die Schüler für ihren Einstieg in die Berufs- und Arbeitswelt von Bedeutung sind, wie z.B. das Anfertigen und Gestalten von Bewerbungen. Ein weiterer Schritt ist dann der Austausch eigener Lernergebnisse über das Netzwerk zunächst im eigenen schulinternen Verbund, weiterhin dann mit Schülern anderer Schulen, bis hin zur Anbahnung von Kommunikationen mit Partnerschulen im Ausland.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Nutzung des Internets für die lerntheoretische Arbeit in den Fachbereichen, besonders aber im Bereich AWT bei der Berufsfindung, beim Finden von Ausbildungsstellen, bei der Erstellung von Bewerbungen etc.
Am Schluss steht die Erlangung eines Zertifikates, das die Kenntnisse und Fähigkeiten der Schüler im Umgang mit modernen Medien und Technologien dokumentiert.

Zertifikate:

Das Erlangen verschiedener Zertifikate am Ende der jeweiligen Lernstufen ist von besonderer Bedeutung für die Schüler, da sie sowohl Bestätigung, wie Motivation zugleich darstellen. Sie sind nicht nur Zugangsvoraussetzung für die nächste Ausbildungsstufe, sondern bilden auch wichtige Dokumente bei der Erstellung und Präsentation einer Bewerbungsmappe.

Nutzen

Der Nutzen einer solchen Projektidee ist auf unterschiedlichen Ebenen zu identifizieren.

  • Hauptnutznießer des Projektes sind Schülerinnen und Schüler, die in der Hauptschule bzw. der Realschule vor dem Abschluss ihrer Schullaufbahn stehen und die erste Schwelle zum Arbeits- und Ausbildungssystem überwinden müssen. IT zählt schon jetzt und wird in Zukunft noch verstärkt zu den Grundqualifikationen zählen, die erforderlich sind, um sich in den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen orientieren zu können und insbesondere den Anforderungen des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes gerecht zu werden. Hier ist das zentrale Projektziel zu erkennen, das darin liegt, durch verstärkte Qualifikation in diesem Bereich die Chancen der Schülerinnen und Schüler zu erhöhen, einen betrieblichen Ausbildungsplatz zu erhalten.
  • Ein weiterer Nutzen ist für die allgemeinbildende Schule und die Berufsberatung des Arbeitsamtes zu erwarten. Für die Berufsberatung des Arbeitsamtes wird eine verbesserte Nutzung der Orientierungs- und Beratungsangebote durch die Schülerinnen und Schüler erreicht. Durch die angestrebten Kooperationsformen besteht für die Schulen die Möglichkeit, die durchgeführten Praktika sowie die Zusammenarbeit mit Unternehmen zu verbessern.
  • Nicht zuletzt gewinnen auch die beteiligten Unternehmen deutlich an den geplanten Aktivitäten, da diese ihnen die Möglichkeit eröffnen, ihre Vorstellungen mit in die Diskussion einzubringen und schon frühzeitig der Kontakt zwischen potenziellen Auszubildenden und den Unternehmen geknüpft werden kann.

Mobiles Lernen

Mobiles Lernen mit Notebooks stellt die logische Weiterentwicklung unserer Medienarbeit dar. Zur Zeit besitzt die Schule lediglich zwei Notebooks, die immer wieder in Einzelprojekten bzw. zur Sicherstellung der Einbeziehung in die IT-Grundausbildung eines behinderten Schülers zum Einsatz kommen. Eine größere Anzahl an modernen Notebooks wäre ein großer Gewinn für die Medienarbeit an der Haupt- und Realschule Bevern.

Das Medienkonzept der Haupt- und Realschule Bevern sieht vor, den Schülerinnen und Schülern mobiles, nicht stationäres Lernen mit dem Computer zu ermöglichen. Damit soll garantiert werden, dass eine zeitgemäße Medienerziehung raumunabhängig in jedem Fachunterricht stattfinden kann.
Mobiles Lernen ermöglicht darüber hinaus, die zahlreichen Aktivitäten (insbesondere auch der Hausaufgabenhilfe und der Arbeitsgemeinschaften im Ganztagsbereich) in ihrer Effektivität zu stärken. Der Einsatz moderner, mobiler Computersysteme steigert des Weiteren die Motivation und die Leistungsbereitschaft von Schülerinnen und Schülern.

Ausstattung der Klassenräume mit Computern

Neben dem Ziel in naher Zukunft mobile Computer an der Schule zum Einsatz kommen zu lassen, soll mittelfristig in jedem Klassenraum mindestens ein Computer aufgestellt werden, der über einen Zugang zum Internet verfügt. Dadurch sollen spontane Rechercheaufgaben aus dem Unterricht heraus möglich werden.

Die in den Klassenräumen aufzustellenden Rechner sollen über das hausinterne Netzwerk in das pädagogische Netzwerk eingebunden werden.

Ausstattung der Fachräume mit Computern und Whiteboards

Neben der Ausstattung der Klassenräume mit Computern wäre es ebenso sinnvoll und zeitgemäß, die Fachräume (Physik, Chemie, Biologie und Informatik) auf diese Weise auszustatten. In Kombination mit einem digitalen Whiteboard würde dieses neue

Möglichkeiten für die Unterrichtsgestaltung eröffnen. Tafelbilder können interaktiv und anschaulich gestaltet, Verlaufsschemata als Animation gesichert und abgerufen werden. Insgesamt gesehen können alle Medienformen (Bilder, Videos, Flashanimationen, Java-Applets, etc.), die auf einem Computer lauffähig sind, über das Whiteboard abgerufen werden. Gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern würde eine Investition in diese technische Ausstattung einen nicht zu unterschätzenden Mehrwert für den Unterricht darstellen.

Digitale Schultasche

Neben der üblichen Konzeption, auf Computern installierte Software zu nutzen, beabsichtigt die Haupt- und Realschule Bevern, jedem Schüler eine sogenannte Digitale Schultasche in Form eines USB-Sticks an die Hand zu geben. Hier sind dann zahlreiche Programme aus dem Opensource- bzw. Freewarebereich installiert.
Beispiele hierfür wären:

  • OpenOffice
  • Mozilla Firefox als Internetbrowser
  • Mozilla Thunderbird als E-Mail-Client
  • 7-Zip als Komprimierungsprogramm
  • Audacity als Audioschnittprogramm
  • BoncEnc als Konversionsprogramm für Audiodaten
  • AnitVir bzw. ClamAV als Antivirensoftware
  • Filezilla als FTP-Client
  • The Gimp als Bildbearbeitungssoftware
  • Infrarecorder als Brennsoftware
  • MindManager als Mindmapping-Software
  • Notepad als Text- und Programmiereditor
  • PDF-Xchange-Viewer als PDF-Software
  • VirtualDub als Videoschnittsoftware
  • Videolan-Client als Medienplayer
  • etc.

Eine solche digitale Schultasche hat den großen Vorteil, dass die Schülerinnen und Schüler folglich, egal wo ein stationärer oder mobiler Computer zur Verfügung steht, an ihren Unterrichtsprojekten arbeiten und somit auch zu Hause mit der (legalen) Software und den Daten weiterarbeiten können.
Da allein die Software bereits einen Umfang von ca. 1 Gbyte in Anspruch nimmt, sollte der Speicherplatz eines solchen USB-Sticks nicht zu klein sein. Hinzu kommen die eigenen Daten der Schüler. Angesichts der anwachsenden Datenmengen (Text-, Bild-, Audio- und Videodaten), wäre es daher notwendig, einen USB-Stick mit mindestens 4 bis 8 GB zu verwenden.

Notebookklasse

Was ist das?

In einer Notebookklasse verfügt jede Schülerin und jeder Schüler über ein eigenes internetfähiges Notebook, mit dem er/sie in der Schule und zu Hause arbeitet. Erst so kann die Arbeit mit dem PC in jeden Regelunterricht eingebunden werden und ist nicht mehr nur als Sonderarbeitsform im PC-Raum der Schule möglich. Der Computer wird zum alltäglichen Arbeitsgerät.

Welche Ziele verfolgen wir?

Mit dem Einsatz von Notebooks und eines eigenen Schulnetzwerkes streben wir Veränderungen des Lernens in unserer Schule auf zwei Ebenen an, und wir meinen, dass diese Veränderungen zu Lernerfolgen führen, die ohne diese Technologie nicht oder nur in geringerem Umfang möglich sind.

Veränderungen von Unterricht

Lehrkräfte sehen sich immer mehr, trotz dreigliedrigem Schulsystem, vor die Notwendigkeit gestellt, ihren Unterricht auf die unterschiedlichen Vorkenntnisse, Arbeitsweisen und Stärken der Schülerinnen und Schüler hin zu differenzieren. Unterschiedliche Materialien müssen den Schülerinnen und Schülern für Formen des selbstständigen Lernens angeboten werden. Dazu greifen Lehrkräfte in ihrer Arbeit selber auf den PC und das Internet zurück, was eine Fülle von Materialien zugänglich macht.

Zunehmend differenziertes Lernangebot für die Schülerinnen und Schüler führt zur Veränderung der Lehrerrolle. Nicht der von einer Homogenitätsannahme ausgehende Frontalunterricht wird von den Lehrkräften gefordert, sondern ein den Lernprozess der Schülerinnen und Schüler differenziert unterstützender Unterricht, in dem die Lehrkraft in ihrer beratenden Funktion im Vordergrund steht. Unterrichtsinhalte und Methoden müssen neu daraufhin strukturiert werden, dass Lernende von für sie nachvollziehbaren Problemstellungen ausgehend mit dem von der Lehrkraft aufbereiteten und im WWW vorfindbaren Material selbstgesteuert lernen. Dies ist eine große Herausforderung für Lehrkräfte.

Erweiterung von Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler

Medienkompetenz

Schülerinnen und Schüler sollen in einem erweiterten Sinne zu Medienkompetenz geführt werden. Nicht bloße Anwenderkenntnisse sind hier gemeint, sondern der bewusste und kritische Umgang (Rezeption und Produktion) mit dem über die neuen Medien zugänglichen Wissen und den Produkten der Medienanwendung (Texte, Filme, Bilder, Musik).

Lernkompetenz

Mit der Zugänglichkeit von Informationen über das Internet und Intranet können die Schülerinnen und Schüler zu mehr Selbstständigkeit des Lernens geführt werden. Fächerübergreifende Problemstellungen lassen sich mit Hilfe dieser Technologie selbstverständlicher in den Unterricht einbeziehen und diese Aufgabenstellungen können eigenständiger von den Schülerinnen und Schülern bearbeitet werden.
Arbeitsprodukte (Texte, Bilder, Grafiken, …) sind für die gesamte Lerngruppe darstellbar und bearbeitbar und durch die Schülerinnen und Schüler selber wieder zu überarbeiten, was mit der herkömmlichen Technologie von Füller und Heft i.d.R. nicht gelingt.

Informationskompetenz

Zugänglichkeit von Informationen ist eine wichtige Voraussetzung für z.B. aktuelle und wirklichkeitsbezogene Aufgabenstellungen. Hinzukommen muss aber auch die Fähigkeit der Nutzerinnen und Nutzer eine angemessene Auswahl und Bewertung der Informationen für konkrete Problemstellungen vorzunehmen. Gerade diese bedarf eines hohen Maßes an Erfahrungen der Recherche und sie ist nur in einem längeren Prozess erlernbar. Die Fülle von Informationen darf für die Nutzerinnen und Nutzer des WWW nicht zu einer Blockade notwendiger Handlungen führen. Damit dies nicht passiert, müssen Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit entwickeln, ggf. auch Entscheidungen bei einer „Über“-Fülle von Informationen zu treffen.

Präsentationskompetenz

Unter sich schnell veränderten Arbeits- und Lebensbedingungen ist neben der Aneignung von Wissen die Vermittlung von Wissen in unterschiedlichen Formen von Präsentationen unabdingbar. Dies gilt für die berufliche Praxis wie auch für das Studium. Die Zuhilfenahme des PC ist dabei heute obligatorisch, die Formen sehr unterschiedlich: Power-Point, Grafiken, Texte, Bilder, Mind-Maps, Filme, …

Arbeitsformen

Gerade das Lernen und Arbeiten in vernetzten Systemen fordert die Kommunikation und den Informationsaustausch zwischen den Lernenden und auch zwischen den Lernenden und Lehrenden. Gruppenarbeit im eigentlichen Sinn, d.h. in dem Teilthemen auch gemeinsam bearbeitet und überarbeitet werden können, ist wesentlich eher möglich, als dies mit der „alten Technologie“ bei Schülerinnen und Schülern zu erreichen wäre. Korrekturen und Hilfestellungen seitens der Lehrkräfte lassen sich besser in den Arbeitsprozess der Schülerinnen und Schüler integrieren.

Das Angebot von den Unterricht stützenden Lernprogrammen, die zu vielen Lehrwerken angeboten werden, bietet die Möglichkeit, einzelne Lernende ganz persönlich in die Pflicht zur Aneignung von Wissen oder Kenntnissen zu nehmen und den Lernprozess seitens der Lehrkraft auch überprüfen zu können.

Welche Erfahrungen gibt es?

Mittlerweile existieren bundesweit in allen Schulformen Notebookklassen. Übereinstimmend wird aus den Schulen berichtet, dass in Notebookklassen gerade die Aspekte des kooperativen Lernens in Teams und des selbstgesteuerten Lernens besonders gefördert werden. Dies geht einerseits auf die gemeinsame Problembehebung im Umgang mit der Technik zurück, als auch auf die Möglichkeiten der gegenseitigen Einsicht der Arbeitsergebnisse. Entgegen der Befürchtung durch den verstärkten Einsatz von PC´s komme das Lesen und Schreiben zu kurz, zeigen die Ergebnisse in Notebookklassen, dass die Textproduktion sehr deutlich zunimmt und auch das Lesen durch den Austausch der Schülerergebnisse gefördert wird.

Zumeist wurden die Notebookklassen ab dem Jahrgang 7 aufsteigend eingerichtet. Dies entspricht auch unserer Planung, da wir ab dieser Altersgruppe die Schülerinnen und Schüler für ausreichend verantwortungsbewusst und belastbar halten, das Gerät unbeschadet vier Jahre lang einzusetzen. Aber ausgehend von den angestrebten Veränderungen des Lernens, ließe sich dieses Projekt auch in jüngeren Jahrgängen starten.
Für weitere Informationen verweisen wir u.a. auf folgende Internetseite: http://www.mobiles-lernen-21.de

Vom Land unterstütztes Projekt

Das Land Niedersachen unterstützt den Ausbau der neuen Technologien an Schulen in Verbindung mit dem Verein n-21. In diesem Verein sind neben der Landesregierung die kommunalen Spitzenverbände, Wirtschaftsunternehmen und gesellschaftliche Gruppen vertreten. Ziel des Aktionsprogramms ist es, Schülerinnen und Schüler für die Wissensgesellschaft zu qualifizieren. Die Perspektive des Aktionsprogramms ist es, eine Lernkultur zu schaffen, in deren Zentrum problemorientiertes, selbstgesteuertes und kooperatives Lernen und die Vermittlung von Medienkompetenz stehen.

Der Verein n-21 unterstützt die Schulen konkret bei der Anschaffung von Geräten, der Vermittlung von Firmenkontakten, der Ausarbeitung von Verträgen und Fort- und Weiterbildung. Dies gilt besonders für die Initiative ‚mobiles lernen-21 – Notebooks für Nieders@chsen’, die sich zum Ziel gesetzt hat möglichst vielen Schülerinnen und Schülern ein Notebook im Rahmen von Notebookklassen zugänglich zu machen.

Wie wollen wir unseren Weg gehen?

  • Die Haupt- und Realschule Bevern hat in den letzten Jahren eine Infrastruktur geschaffen, die eine ideale Voraussetzung für die Umsetzung der Idee einer Notebook-Klasse darstellt. Zu ergänzen ist diese Infrastruktur durch einen neuen, leistungsfähigeren Server. Gleichzeitig ist ein Klassenraum den Erfordernissen einer Notebookklasse anzupassen.
  • Alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler müssen über ein geeignetes, einheitliches und eigenes Laptop verfügen. Nur so kann eine Administrierung durch die Schule sicher gestellt werden. Die Eltern müssen bereit sein, für einen Teil dieser Kosten aufzukommen. Dies erfordert ein reges Interesse aller Eltern der zukünftigen siebten Notebookklasse und die Aufgeschlossenheit neuen Wegen des Lernens gegenüber, die das Team der HRS Bevern in ihrem Bestreben nach schülerzentriertem, weitgehend von den SchülerInnen selbstorganisiertem Unterricht unterstützt.
  • Als Notebook werden wir ein Markengerät mit aktueller gehobener Ausstattung und geeigneter Software aussuchen. Der Preis für dieses Gerät wird in jedem Jahr angepasst. Die Bezahlung kann in einem Betrag erfolgen, realistisch und sozial verträglicher ist jedoch die Finanzierung über die Dauer des Projekts. Die Sparkasse unterstützt dieses Projekt über den Verein n-21 mit sehr guten Kreditkonditionen, so dass die Belastung für die Eltern monatlich bei ca. 25 Euro liegen wird.
  • Wir sind nur in der Lage, jeweils eine der siebten Klassen in dieser materiell und personell aufwendigen Form zu führen, d.h. auch der bislang übliche Weg durch die HRS Bevern wird weiterhin mit Sicherheit bestehen bleiben.
  • Die erste Notebookklasse soll zum Schuljahr 2010/2011 eingerichtet werden. Die Aktivitäten unserer Notebookklasse werden auf unserer Website dokumentiert.

[1] Busemann, Niedersächsischer Kultusminister, in: SVBL 2/2006, S.31

[2] Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (1995): Medienerziehung in der Schule, Materialien zur Bildungsplanung und zur Forschungsförderung Heft 44, Bonn, 5

[3] Erlass des Kultusministeriums vom 07.04.1998

[4] Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (1995): Medienerziehung in der Schule, Materialien zur Bildungsplanung und zur Forschungsförderung Heft 44, Bonn, 11