Unsere Zielvorstellungen zur Anfertigung von Hausaufgaben

(s.a. RdErl. d. MK v. 16.12.2004 – 33-82 100  (SVBl. 2005 S. 76) - VORIS 22410 - Bezug: Erl. „Hausaufgaben an allgemein bildenden Schulen“ v. 27.1.1997 (SVBl. S. 66), s. Anhang 1)

  • Wir möchten mit dem Erteilen von Hausaufgaben erreichen, dass wir die Selbstständigkeit und Selbstverantwortung unserer Schüler weiter aufbauen und stärken.

  • Das Erledigen von Hausaufgaben soll unseren Schülerinnen und Schülern helfen, Arbeitsaufträge pünktlich und sorgfältig auszuführen.

  • Unsere Schülerinnen und Schüler sollen durch die Anfertigung von Hausaufgaben in der Schule Erlerntes vertiefen und verinnerlichen.

  • Langfristig sollen unsere Schülerinnen und Schüler für ihr späteres Berufsleben lernen, Arbeitsaufträge zuverlässig und gewissenhaft umzusetzen.

  • Zusätzlich dienen Hausaufgaben auch dazu, Kenntnisse über den Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler zu bekommen, um gegebenenfalls weitere individuelle Hilfestellungen geben zu können.

Folgende Hausaufgabenregelungen sollen im Allgemeinen für unsere Schule gelten

  • Hausaufgaben werden von montags bis donnerstags aufgegeben. Falls es der jeweilige Lernstoff erfordert, werden darüber hinaus von Freitag zur darauffolgenden Fachunterrichtsstunde Arbeitsaufträge für Zuhause aufgegeben.

  • Hausaufgaben werden regelmäßig von allen unterrichtenden Klassen- und Fachlehrern der jeweiligen Klasse erteilt, individuell schriftlich vermerkt, kontrolliert und mit den Schülerinnen und Schülern besprochen. Darunter fallen auch die zu erteilenden Aufgaben für unterrichtsfreie Zeit.

  • Für die inhaltliche Gestaltung der Hausaufgaben sind die jeweiligen Klassen- bzw. Fachlehrer zuständig. Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei grundsätzlich immer in der Lage sein, die Hausaufgaben ohne fremde Hilfe erledigen zu können.

  • Wir möchten unsere Schülerinnen und Schüler durch persönliche Ansprache dazu erziehen, nicht erledigte Hausaufgaben in der nächsten Fachunterrichtsstunde unaufgefordert vorzuzeigen.

  • Die Eltern werden über mehrmaliges Nichterledigen von Hausaufgaben in schriftlicher Form (individuell oder mit vorhandenem Formblatt) informiert. Es besteht außerdem die Möglichkeit, den Eltern mitzuteilen, dass ihr Kind die Hausaufgaben vor oder nach dem Unterricht unter Aufsicht nachholt.

  • Bei Krankheit der Schülerin/des Schülers müssen sich diese selbstständig erkundigen, welche Hausaufgaben ihnen aufgrund der Krankheit fehlen und sie in einem angemessenen Umfang und Zeitraum nacharbeiten.

  • Der zeitliche Aufwand der Hausaufgaben sollte den Richtwert von 60 Minuten nicht übersteigen.

  • Während der Hausaufgabenbetreuung sind die Hausaufgaben eigenverantwortlich anzufertigen und dabei Arbeitsruhe einzuhalten (Ansprüche auf Vollständigkeit und Qualität können von Eltern nicht erhoben werden).

     

Hausaufgaben an allgemein bildenden Schulen RdErl. d. MK v. 22.3.2012 - 33-82100 (SVBl. 5/2012 S.266) - VORIS 22410 -

1. Hausaufgaben ergänzen den Unterricht und unterstützen den Lernprozess der Schülerinnen und Schüler. Je nach Altersstufe, Schulform, Fach und Unterrichtskonzeption kann die Hausaufgabenstellung insbesondere auf

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die Übung, Anwendung und Sicherung im Unterricht erworbener Kenntnisse, Fertigkeiten und fachspezifischer Techniken,

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die Vorbereitung bestimmter Unterrichtsschritte und -abschnitte oder

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die Förderung der selbstständigen Auseinandersetzung mit Unterrichtsgegenständen und frei gewählten Themen

ausgerichtet sein.

Art und Umfang sowie Grundsätze zur Koordinierung von Hausaufgaben im pädagogischen Konzept der Schule gehören zu den Angelegenheiten, über die die Gesamtkonferenz zu beschließen hat (§ 34 Abs. 2 Nr. 5 Buchst. b NSchG). Die Verpflichtung der Lehrkräfte, Inhalt, Planung und Gestaltung des Unterrichts mit den Klassenelternschaften zu erörtern (§ 96 Abs. 4 NSchG), schließt auch die Erörterung der Hausaufgabenpraxis mit den Klassenelternschaften ein.

2. Hausaufgaben müssen aus dem Unterricht erwachsen und in den Unterricht eingebunden sein. Es dürfen nur solche Hausaufgaben gestellt werden, deren selbstständige Erledigung den Schülerinnen und Schülern möglich ist. Für die Vorbereitung und Besprechung von Hausaufgaben ist eine angemessene Zeit im Unterricht vorzusehen. Die Schule würdigt die bei den Hausaufgaben gezeigten Schülerleistungen angemessen und fördert auch auf diese Weise die Motivation der Schülerinnen und Schüler. Hausaufgaben dürfen jedoch nicht mit Noten bewertet werden.

3. Durch Absprachen der Lehrkräfte untereinander sowie eine differenzierte Aufgabenstellung ist der Belastbarkeit und dem Alter der Schülerinnen und Schüler Rechnung zu tragen. Für die Koordinierung ist die Klassenkonferenz zuständig (§ 35 Abs. 2 Nr. 2 NSchG).

4. Bei der Stellung von Hausaufgaben ist die Schülerteilnahme am Nachmittagsunterricht zu berücksichtigen. Richtwerte für den maximalen Zeitaufwand zur Erstellung von Hausaufgaben außerhalb der Schule sind

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im Primarbereich: 30 Minuten,

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im Sekundarbereich I: 1 Stunde,

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im Sekundarbereich II: 2 Stunden.

An Ganztagsschulen ist den Schülerinnen und Schülern umfassend Gelegenheit zu geben, Hausaufgaben im Rahmen der von der Schule vorgehaltenen Arbeits- und Übungsstunden bereits in der Schule zu erledigen.

5. An Schultagen mit Nachmittagsunterricht sind abweichend von Nr. 4 Hausaufgaben für den folgenden Tag grundsätzlich in geringerem Umfang zu stellen; sie sollen den unter Nr. 4 angegebenen maximalen Zeitaufwand unterschreiten.

6. Es dürfen im Primarbereich keine und im Sekundarbereich I grundsätzlich keine Hausaufgaben vom Freitag zum folgenden Montag und über Ferienzeiten gestellt werden mit Ausnahme der Aufgabe einer Lektüre für z.B. den Deutsch- oder Fremdsprachenunterricht. Für den Sekundarbereich II sollte Vergleichbares gelten.

7. Dieser RdErl. tritt am 1.8.2012 in Kraft und mit Ablauf des 31.7.2017 außer Kraft.