1. Ziel

Ziel unseres Förderkonzeptes ist es, die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten zu fördern und zu fordern. Insbesondere bei auftretenden Lernschwierigkeiten wollen wir die Möglichkeit bieten, diese mit Unterstützung der Schule zu beheben.

Um diese Ziele zu erreichen, ist die Bereitschaft aller Beteiligten (Lehrer – Schüler – Eltern) notwendig, Verantwortung für den Lernprozess zu übernehmen. Voraussetzung dafür ist es, ein angemessenes Lernumfeld für den Schüler zu schaffen wie z. B. ein gutes Klassenklima, das Gefühl der Akzeptanz durch die Lehrer, geeignete Materialien zum selbstständigen Lernen, Binnendifferenzierung und methodisch abwechslungsreicher Unterricht. Zusätzlich hält die Oberschule Bevern[1] Angebote bereit, wie z.B. Arbeits- und Übungsstunde usw., welche in unterschiedlicher Weise den Lernprozess unterstützen und je nach Bedarf angewählt werden können.

2. Grundvoraussetzungen

Die Grundvoraussetzungen für gezieltes Fördern ist eine differenzierte Wahrnehmung der Schülerinnen und Schüler[2].

Im Rahmen unserer Lernentwicklungsbögen, welche kontinuierlich auszufüllen sind, werden die Lernfortschritte der SuS dokumentiert. Falls ein Förderbedarf besteht sollte, wird vom jeweiligen Fachlehrer ein Förderplan erstellt, der unterschiedliche Fördermaßnahmen beinhalten kann, wie z.B. die Bearbeitung von Zusatzmaterial, Teilnahme an der Arbeits- und Übungsstunde usw. (sh. Fördermaßnahmen). Fördermaßnahmen können jederzeit sowohl durch die Klassenlehrer als auch Fachlehrer eingeleitet werden, die in pädagogischen Konferenzen besprochen und beschlossen werden.

Die Eltern werden über den Inhalt der Förderpläne bzw. Fördermaßnahmen informiert

und es finden in diesem Zusammenhang Absprachen über das weitere Vorgehen statt.

Die enge Zusammenarbeit mit dem Elternhaus und dem mobilen Dienst bildet eine Grundlage für den Erfolg der Fördermaßnahmen. Bei gravierenden Lernschwächen werden Förderschullehrkräfte in den Diagnoseprozess mit einbezogen.

3. Fördermaßnahmen

Wichtig im Bereich der Förderung ist die stetige Kommunikation mit den Erziehungsberechtigten und die Überprüfung der Maßnahme.

Die Fördermaßnahmen an der OBS Bevern bauen nicht aufeinander auf, sondern sollen die Möglichkeit bieten, je nach Förderbedarf, gleichzeitig zum Einsatz kommen zu können.

Aus schulorganisatorischen bzw. stundenplantechnischen Bedingungen ist es zum Teil möglich vereinzelt Förderstunden anzubieten.

Wenn möglich wird den Lernschwierigkeiten im Klassenverband durch Binnendifferenzierung begegnet. Eine Kurszuweisung in den Fächern Englisch und Mathematik erfolgt nach dem 5. Schuljahr.

Die Differenzierung erfolgt in Form von Erweiterungs- und Grundkursen. G-Kurse entsprechen dem Hauptschulniveau und die E-Kurse sind mit dem Realschulniveau vergleichbar.

In Klasse 7 wird im Hauptfach Deutsch ebenfalls eine Differenzierung in Erweiterungs- und Grundkurse vorgenommen. Für die Grundkurse in den Hauptfächern Deutsch und  Mathe findet einmal in der Woche eine Stunde zusätzlich nachmittags statt und dient als Förderstunde. Im Fach Chemie beginnt die Differenzierung ab dem 9. Schuljahr.

Schülern, denen das häusliche Lernen Probleme bereitet, kann die an drei Nachmittagen angebotene Arbeits- und Übungsstunde eine sinnvolle Fördermaßnahme sein.

Die Arbeits- und Übungsstunde kann über das AG-Programm gewählt werden. Folgende Tabelle beinhaltet die vorhandenen Fördermaßnahmen der OBS Bevern.

4. Fördermaßnahmen der OBS Bevern

Fördermaßnahme Beschreibung der Fördermaßnahme
Gespräche mit den SuS und/oder den Erziehungsberechtigten und/oder der Sozialpädagogin und/oder dem Klassenlehrer und/oder dem Schulleiter Es wird geklärt, ob es sich um einen Lernschwäche handelt oder andere Gründe vorliegen. Hilfsmaßnahmen werden im Rahmen der Schule angeboten oder es wird je nach Bedarf auch eine externe Beratung (Jugendamt, Mobiler Dienst etc.) vermittelt.
Genauere Kontrolle des Arbeitsverhaltens Genauere Kontrolle von Arbeitsmaterialien wie der Mappenführung, Arbeitsheften, sauberes Schriftbild etc..
Genauere Kontrolle des Sozialverhaltens Nach jeder Stunde gibt die Lehrkraft ein kurzes schriftliches Feedback im Hausaufgabenheft oder in Form von Feedbackzetteln mit Smileys zu den Schwächen der SuS.
Pädagogische Konferenz In regelmäßig stattfindenden pädagogischen Konferenzen besprechen die in der Klasse unterrichtenden Lehrkräfte sowohl Lern- als auch Verhaltensschwächen und koordinieren die notwendigen Fördermaßnahmen.
Zusätzliche Aufgaben bzw. Förder-material Fachlehrkräfte stellen Fördermaterial in Form von Förderordnern zusammen.
Die Bearbeitung der Fördermaterialien kann neben den Unterrichtsstunden in der Arbeits- und Übungsstunde erfolgen.
Kooperative Lernmethoden Die Binnendifferenzierung in Form von kooperativen Lernformen (Gruppenarbeit, Gruppenpuzzle usw.) kann helfen Lernschwächen zu begegnen und zu mindern.
Arbeits- und Übungsstunde am Nachmittag Es gibt in der OBS eine Arbeits- und Übungsstunde an drei Nachmittagen (Montag, Dienstag, Donnerstag). Hier können zusätzliche Fördermaterialien von den einzelnen Fachlehrern genutzt werden.
Grundkurse am Nachmittag in den Hauptfächern Deutsch und Mathematik Ab Klasse 6 wird in den Hauptfächern an einem der Nachmittage des offenen Ganztagsangebots eine verbindliche Förderstunde im Stundenplan berücksichtigt.
Diese findet in Deutsch oder Mathe statt.
Individueller Förderunterricht Die SuS werden von dem Fachlehrer im Bedarfsfall vorgeschlagen z.B. Förderung der Schüler mit nichtdeutscher Sprache.
Fördermaßnahme im Bereich der Inklusion Reichen oben genannte Fördermaßnahmen nicht aus, wird ein Förderbedarf in den Bereichen Lernen, sozial-emotionale Entwicklung, geistige Entwicklung, Hören und Sehen durch ein offizielles Überprüfungsverfahren festgestellt und evaluiert.
Buddy AG SuS unterstützen Schüler zur Stärkung ihres Selbstbewusstseins. Die Buddys sind Paten und somit Ansprechpartner für die neuen fünften Klassen. Durch Übernahme von Verantwortung wird die soziale Kompetenz der SuS erweitert.
   

5. Fordermaßnahmen

Fordermaßnahme Beschreibung der Maßnahme
Differenzierung im Unterricht Leistungsstarke SuS erhalten gesonderte Aufgabestellungen z.B. Referate, Aufgabenstellungen  mit erhöhtem Anforderungsniveau usw..
Übernahme von Verantwortlichkeiten Die SuS engagieren sich in der Schülervertretung, als Klassensprecher, im Schul-sanitätsdienst und unterstützen leistungsschwächere SuS im Unterrichtsverband.
Teilnahme an Wettbewerben Fachlehrkräfte unterstützen SuS bei der Teilnahme an Wettbewerben.
Zusätzliches AG-Angebot Die SuS nutzen zusätzliche AG-Angebote.

6. Sprachfördermaßnahmen für ausländische SuS

An der OBS Bevern werden nicht deutsch sprachige SuS mit Sprachschwierigkeiten entsprechend ihres individuellen Förderbedarfs unterstützt.

Die SuS, die als Flüchtlinge zu uns kommen, müssen zunächst das deutsche Alphabet und, damit verbunden, unsere Schrift lernen. Es fehlt oft an jeglichen Vorkenntnissen, d.h. es bedarf einer großen Zeit- und Personalbedarf, um die ersten Vokabeln mit ihnen zu erlenen. „Learning by doing“ ist hier das Stichwort, was es in den ersten Monaten unmöglich macht, die SuS im Regelunterricht adäquat zu fördern, wenn nicht immer eine Lehrperson anwesend sein kann, die sich ausschließlich um die individuellen Kenntnisse/Bedürfnisse der SuS mit Deutsch als Zweitsprache[3] kümmert.

Deutsch für Ausländer beschreibt den Erwerb von Grundkenntnissen der deutschen Sprache, um dem Regelunterricht folgen zu können.

Der DaZ-Unterricht basiert auf den folgenden Inhalten:

  1. Alphabetisierung (mit Bilderwörterbuch)
  2. Einfache Vokabeln (durch Gegenstände im Raum)
  3. Zahlen und zählen (zum Lernen von Uhrzeiten)
  4. Einfache/erste Gespräche im Umgang mit anderen Schülern, Lehrern etc.
  5. Stetige Wiederholung[4]

Die Inhalte werden dem individuellen Stand angepasst und langsam vom Schwierigkeitsgrad her gesteigert.

Ziel ist es, dass die SuS schnell die Grundkenntnisse der deutschen Sprache erwerben, um am Regelunterricht teilnehmen zu können. Die Stunden in dem reinen DaZ - Unterricht sollen nach und nach reduziert werden, d.h. es werden so Ressourcen frei, um neue SuS ohne Vorkenntnisse im Bereich DaZ zu fördern.

Unterschiedliche Schüleraktivitäten sollen zum Erwerb der Sprache führen. Dazu zählen individuelles Lernen, gemeinsames Lernen, Lernen außerhalb der Klasse, sprachliche Erfahrungen nutzen, Lernen lernen und Fachsprache anwenden.

Eine Integration in den Regelunterricht ist jedoch unabdingbar, um den SuS das Gefühl der Zugehörigkeit zur Klassen-/Kursgemeinschaft zu geben und sie auch kulturell zu integrieren. Die SuS der OBS Bevern unterstützen ihre Mitschüler und weisen ein großes Maß an Verständnis auf, wenn die Lehrkraft etwas mehr Zeit aufwendet, um den SuS mit DaZ bei ihren Aufgaben zu helfen und die SuS helfen auch selbst, was es ein stückweit einfacher macht, die DaZ-Schüler in den Regelunterricht  zu integrieren.

Fußnoten

[1]   Im weiteren Verlauf wird die Oberschule Bevern durch die Abkürzung OBS Bevern abgekürzt.

[2]   Im weiteren Verlauf werden Schülerinnen und Schüler durch SuS abgekürzt.

[3] Im weiteren Verlauf wird Deutsch als Fremdsprache in Form von „DaZ“ abgekürzt.

[4]RdErl. d. MK. v.1.7.2014 – 25 – 81 625 – VORIS 22410